DENKMALGERECHTE FASSADENSANIERUNG WOHNHAUS CA. 1894

Der Götter-Bote Hermes strahlt wieder...

 

Die Fassaden-Sanierung des Wohnhauses Neue Jülicher Straße 67 + 78 - an der Ecke zum Bretzelnweg in Nord-Düren - ist jetzt abgeschlossen.

Nach drei Monaten wurden die Gerüste abgebaut. Die graue Fassade mit vielen beschädigten und fehlenden Ziegelsteinen ist verschwunden.

Stattdessen zieht jetzt die restaurierte Fassade die Blicke der Passanten schon von weitem auf sich.

 

In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde ließen die Eigentümer Barbara Lüder und Dr. Ludger Krahn auch die Schäden beseitigen, die die beiden 125 Jahre alten Doppelhaus-Hälften noch aus dem 2. Weltkrieg aufwiesen.


Das Mauerwerk wurde gereinigt und neu verfugt; die Stuckelemente und das Dachgebälk wurden ausgebessert und neu gestrichen.

Nach detaillierten Ausführungsbesprechungen zur Bearbeitung der Fassade werden alle Fassadenbestandteile wie Fugen Dachgesims, Stuck und Ziegel etc. saniert und im Finish exakt aufeinander abgestimmt.

 

Das exakte Baujahr des Gebäudes ist nicht mehr bekannt; der "Neorenaissance"-Baustil und  eine alte leider verschwundene Wetterfahne mit der Jahreszahl 1884 verraten aber das vermutliche Baujahr. Erbaut wurde das Haus als repräsentativer Wohnsitz für leitende Angestellte der Papierfabrik Reflex, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite bis heute Spezialpapiere produziert.

 

 

 

 

Im 19. Jahrhundert war es übliche Praxis der Dürener Industrie, Wohnhäuser für leitende Angestellte in unmittelbarer Nähe zur Fabrikanlage zu errichten. Haushälfte Neue Jülicher Straße 76 war für den kaufmännischen Direktor, die größere Haushälfte Neue Jülicher Straße 78 für den technischen Direktor reserviert. Ein Indiz dafür liefert die Fassade am Bretzelnweg:
Dort findet sich ein von weitem sichtbares Stuckrelief mit dem griechischen Götterboten Hermes - erkennbar am geflügelten Helm -
an der Haushälfte des kaufmännischen Direktors: Hermes war der Schutzgott der Kaufleute, aber auch der Diebe, Gaukler und Magier! 

 

Bis 1970 bildete das Wohnhaus ein Ensemble mit der schlossartigen Walzmühlen-Villa des Fabrikbesitzers Felix Heinrich Schoeller sowie dem Wohnhaus Schoeller

( der "Zigeuner"-Villa ) und dem Werk Reflex. Walzmühlen-Villa und "Zigeuner"-Villa wurden leider abgerissen und sind verschwunden; das Direktoren-Haus wurde verkauft und ist ebenso wie das Werk Reflex erhalten geblieben.  

 

Die Sanierung der Fassade des Wohngebäudes Neue Jülicher Straße 76 + 78 wurde im Rahmen des Programms "Soziale Stadt Düren-Nord" ( Förderprogramm zur Fassadenneugestaltung und Hofbegrünung ) durch die Stadt Düren gefördert.